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Die Lebensgeschichte von Joske Ereli (Hans Josef Ehrlich) erstreckt sich über 92 Jahre, die letzten von nahezu 300 Jahren einer bekannten Familienchronik, die das Buch für den hebräischen Leser wiedergibt.

Im Buchtitel – Von Hampi zu Hansel zu Jossel Ehrlich - Joske Ehrlich, sein Leben -  verbirgt sich bereits die Entwicklung des Erzählers  über die verschiedenen Stationen seines Lebens, angefangen mit  seiner Geburt  im Jahre 1921 in Bad Kissingen, als er, unter dem Namen Hans Josef Ehrlich registriert, in früher Kindheit jedoch von seiner Familie liebevoll Hampi gerufen wird. Später erhält er den Kosenamen Hansel und noch mehr - "Hans im Glück". Ende der  zwanziger und Anfang der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts war Hansel tatsächlich ein Glückspilz. Er wuchs in einer wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell wohlsituierten Familie in der Atmosphäre des Kur- und Badeortes Bad Kissingen auf, wo seine Familie bereits seit mehreren Generationen ansässig war, eine Familie, die sich in Bayern und Unterfranken einen Namen gemacht hatte sowohl durch ihr Geschäfts-und Modehaus und als königlich bayrischer Hoflieferant, der Mitglieder der herrschenden Adelshäuser aus ganz Europa zu seinem Kundenkreis zählte, als auch durch den guten Ruf und die vornehme und seriöse Art, wodurch sich die Mitglieder der Familie in geschäftlicher wie in privater Hinsicht auszeichneten.

Die nationalsozialische Machtergreifung Anfang der dreißiger Jahre führte schließlich zur Verstreuung der Familie über den ganzen Globus und zum Ende dieser Idylle. Zurück blieben und wurden vernichtet: Tante Ida Ehrlich, der dieses Buch gewidmet ist. Sie starb vermutlich am 3.Dezember 1938 in Bad Kissingen (Wobei die Umstände ihres Todes und ihre letzte Ruhestätte bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnten). Ebenso vernichtet wurden die Großeltern des Verfassers mütterlicherseits, Klara und Moritz Efrem aus Bernstadt, die 1944 in Ausschwitz umkamen, nachdem sie zuvor nach Theresienstadt deportiert und dort interniert worden waren. 

Hansel, gerade einmal 17 Jahre alt, verließ Deutschland im September 1938 mit Hilfe der "Jugendaliya" der Jewish Agency und kam in den Kibbutz Givat Brenner im damaligen Palästina/Eretz Israel. Wie im Fall seiner Eltern kann man auch von ihm sagen, dass er "Glück hatte", indem er Deutschland im "letzten Moment" verließ. In Givat Brenner widmete er sich der Landwirtschaft und mit der Zeit übernahm er auch Aufgaben zum Thema Sicherheit im Dienste der "Hagana" und des "Palmach". Im Kibbutz lernte er Rachel Schenker kennen, Rochik, die nun schon seit mehr als siebzig Jahren seine Frau ist. Nach Kriegsende und vor Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges (1948) kamen aus England Grete und Ludwig, die Eltern von Hansel, der inzwischen Jossel geworden war, und zogen zu ihm und der Familie seiner Schwester Schoschana Ben David in den Kibbutz Givat Brenner.

Vor Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzung meldete sich Jossel erneut zum "Palmach". Bei den Kämpfen am Bab El Wad, auf dem Weg nach Jerusalem, wurde er an der Hand verwundet, doch er blieb weiterhin Soldat und hatte später, in der israelischen Armee, verschiedene leitende Posten inne (bis 1954). 

In jenen Jahren verließ die Familie den Kibbutz und ließ sich in Zahala nördlich von Tel Aviv nieder. Damals legte er seinen Exilnamen "Jossel" ab und wurde zum israelischen Sabre Joske, und in Übereinstimmung mit den damaligen Gepflogenheiten im Land, vor allem im öffentlichen Dienst, wurde der Familienname Ehrlich in Ereli geändert (Seitdem ist Joske als Josef Ereli registriert).   

Von Mitte der fünfziger Jahre bis Ende der siebziger war Joske in zwei verschiedenen Branchen beschäftigt. In den fünfziger und sechziger Jahren arbeitete er in einer Tochterfirma der Jewish Agency, die Neueinwanderern in landwirtschaftlichen Siedlungen im Süden des jungen Staates, im Norden der Negevwüste, mit mechanischer Ausrüstung und fachlicher Beratung  zur Seite standen. Von 1967 (um den Sechs-Tage-Krieg herum) bis zu seiner Pensionierung war er in der Versicherungsgesellschaft "Sahar" im Herzen Tel Avivs für Personalverwaltung und für Instandhaltung zuständig. 1977 beschloss das junge Paar, ihren bisherigen Wohnsitz aufzugeben und zu ihrem Sohn in den Kibbutz Ein Gedi am Toten Meer, dem tiefsten Punkt der Erde, zu ziehen. 

Im Alter von 56 Jahren begann für Joske ein neuer Lebensabschnitt und fortan widmete er sich dem Thema Tourismus und der Bewirtung deutschsprachiger Gruppen und Einzelreisender im Kibbutz Ein Gedi. Eine Kleinigkeit, möchte man meinen, die sich jedoch zu einem Lebenswerk ausweitete, zu eingehender systematischer und individueller Betreuung von Gästen mit den verschiedensten Bedürfnissen und Wünschen, in dem persönlichen und vertraulichen Stil, wie er nur bei Joske zu finden ist. Neben dieser Beschäftigung, die seine gesamte Zeit und Energie (zumindest dem Anschein nach) beanspruchte, begann Joske auch persönliche und amtliche Kontakte zwischen Kibbutz Ein Gedi bzw. der Kreisverwaltung "Tamar" und den entsprechenden Stellen seiner ehemaligen Heimatstadt anzuregen: der Stadt und dem Landkreis Bad Kissingen. Er knüpfte und pflegte persönliche Kontakte, setzte sich für Aktivitäten und einen echten und aufrichtigen Dialog ein, was zu einer Vertiefung der Beziehungen und praktischen Umsetzung von Initiativen der Versöhnung und des gemeinsamen Aufbaus zwischen Israel und Deutschland führte, ein Wirken, das diese Beziehungen und Begriffe  mit Sinn und Leben erfüllte.

Ein weiterer Aspekt, der sich für Joske in diesem Zeitraum herausschälte, waren sein persönliches Verhältnis zur Vergangenheit seiner Familie und die Bekanntschaft damit. Die Reisen nach Deutschland, all die persönlichen Kontakte und Freundschaften, wie auch die öffentliche Aufmerksamkeit und Neugierde führten dazu, dass Verwandte und Bekannte entdeckt und Auskunft über die Familie, ihre Geschäfte und die wechselseitigen Beziehungen zur jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung in Bad Kissingen im Lauf der vergangenen Jahrhunderte bis hin zur gewaltsamen Auswanderung bekannt wurde.    

Dieses Buch vereint auf eine ganz besondere Art zahllose Stunden mündlicher Überlieferung durch Joske im Verlauf der letzten anderthalb Jahre, in denen es entstand, ergänzt durch eine Vielfalt an privater und öffentlicher Dokumentation aus dem persönlichen Archiv von Joske und dessen Familie wie auch aus öffentlichen und amtlichen Unterlagen, die zum Teil speziell zur Veröffentlichung dieses Buches eingeholt wurden.

Wir hoffen, bald auch die nötigen Mittel zu finden, um das Buch einem Leserkreis zugänglich zu machen, der kein Hebräisch versteht.

Hebräische Aufzeichnung, Ilan Shtayer
Herausgeber und Mitglied von "Making History". 

Übersetzung der Kurzfassung ins Deutsche: Inge Yassur